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Biomasse
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In drei Schritten zum reinen Biogas
In drei Schritten zum reinen BiogasEin neuer Typ von Biogasanlage: höherer Methangehalt, kürzere Verfahrenszeiten, flexiblere Produkte. Forscher der Universität Hohenheim wollen in den kommenden drei Jahren eine dreistufige Versuchsanlage aufbauen, die all das kann. Langfristig tragen sie damit dazu bei, dass Biogas mit einem deutlich geringeren Energieaufwand als heute zu Erdgasqualität aufbereitet und ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Damit kann die Erzeugung des Biogases vom Ort der Nutzung entkoppelt werden.
Auch bezüglich der eingesetzten Substrate und der nutzbaren Produkte soll die Anlage wesentlich flexibler als heutige Biogasanlagen sein. Das Verbundprojekt mit acht Partnern wird im Rahmen des Förderprogramms „Bioenergie 2021“ vom BMBF über den Projektträger Jülich (PtJ) mit insgesamt 1,96 Mio. Euro gefördert. 275.500 Euro davon fließen direkt nach Hohenheim und machen das Forschungsprojekt zu einem der Hohenheimer 2 + 1 = komplett neuer Anlagentyp
Bisher wurde Biogas in Hohenheim in Biogasanlagen aus einem Behälter produziert. In diesem Behälter läuft sowohl die Säurebildung als auch deren Abbau zu Methan ab. Damit sind die Milieubedingungen für alle am Prozess beteiligten Mikroorganismen suboptimal. Erste Versuche zu einer zweiphasigen Vergärung zeigten, dass durch die Trennung der eigentlichen Gärung von der Methanogenese der Prozess beschleunigt werden Flexibler, schneller, reiner Diese Auftrennung ermöglicht größere Flexibilität in der Praxis der neuen Biogasanlage. „Die mögliche Bandbreite der Einsatzstoffe zu erhöhen und damit das deutschlandweite Methanertragspotenzial zu steigern, ohne die Flächenkonkurrenz zu erhöhen, ist wohl das naheliegendste Ziel“, schätzt Dr. Andreas Lemmer. Daneben kann die Anlage zur Gewinnung von Brennstoff aus den Gerüstsubstanzen verwendet werden. Die Herstellung organischer Säuren könnte ein weiteres mögliches Ziel der neuen Anlage sein. Fazit des Agrartechnikers: „Wir erreichen mit dem neuen Anlagentyp ein flexibel zu steuerndes Modul, das sowohl anpassungsfähig in den Einsatzstoffen als auch in den Endprodukten ist“. Ein weiterer Vorteil der neuen Anlage sind kürzere Verfahrenszeiten. Während beispielsweise der Abbau von Gras im einphasigen Anlagentyp mindestens 70 bis 100 Tage dauerte, wird er in Zukunft nur 18 bis 25 Tage benötigen. Ermöglicht wird der schnellere Abbau, so Dr. Andreas Lemmer, durch eine verbesserte Anpassung des pH-Werts in den getrennten Behältern: „Während der optimale pH-Wert für die Gärung bei 5,5 liegt, braucht die Methanbildung ein Milieu von 7 bis 8. Auch die Temperatur kann individuell für die einzelnen Gruppen der Mikroorganismen angepasst werden.“ Der neue dritte Behälter, das Bioleaching, dient dazu, die beiden biologischen Vorgänge strikt voneinander zu trennen, damit im Methanreaktor möglichst reines Methan entsteht.
Philomena Konstantinidis |
Ausgabe η green 2 / 2010Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download |




