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Drei-Schluchten-Staudamm
Drei-Schluchten-StaudammChinesischer Kraftwerk-KolossIn unserer Reihe „green energy around the world“ nehmen wir Sie mit zu den verschiedensten Orten unserer Welt, an denen dem grünen Gedanken keine Grenzen gesetzt sind. In der letzten Ausgabe bekamen Sie einen Einblick in das geothermische Paradies Islands, dieses Mal führt uns der Weg zum größten Wasserkraftwerk der Erde nach China. Seit 2008 befindet sich das leistungsstärkste Wasserkraftwerk mit einer Nennleistung von 18.200 Megawatt (MW) in China und löste damit „Itaipú“ in Brasilien/Paraguay ab (14.000 MW). Der Drei- Schluchten-Damm ist eine Talsperre mit Wasserkraftwerk und liegt im Ort Sandouping in der Provinz Hubei. Den Namen trägt das Kraftwerk wegen des Stausees, der sich durch die berühmten drei Schluchten (Qutang-Schlucht, Wuxia-Schlucht und Xiling- Schlucht) erstreckt. Die Idee für das aus ökologischen Gründen umstrittene Projekt existierte schon seit Jahrzehnten. Trotzdem wurde erst im Dezember 1994 mit dem Bau begonnen. Zuerst wurde ein 3,7 Kilometer langer Kanal gebaut, durch den der Jangtse, immerhin der drittgrößte Strom der Welt, umgeleitet wurde. Nach der Eröffnung des Kanals am 08.11.1997 begannen die Arbeiten an der Staumauer. Im Juni 2003 konnte die erste Turbine mit einer Nennleistung von ca. 700 MW in Betrieb genommen werden. Mittlerweile umfasst das Projekt zwei Kraftwerke, 26 Generatoren (Francis-Turbinen mit jeweils 700 MW), den Überlauf des Drei-Schluchten-Dammes sowie das Kontrollzentrum. Bauzeitende ist voraussichtlich 2013. Als Gründe für den Bau der Drei-Schluchten-Staumauer wurden die Verbesserung des Hochwasserschutzes (im 20 Jahrhundert sind alleine drei Millionen Chinesen in den Fluten des Jangtses umgekommen) Verbesserung der Schifffahrt und die Umwandlung von Energie genannt, um den wachsenden Energiehunger der wirtschaftlich aufstrebenden Nation zu stillen. Derzeit speist China seinen gesamten Strombedarf zu 75 % aus Kohlekraftwerken. Bedenkt man, dass der Energiebedarf Chinas in den nächsten Jahren sogar noch steigen wird, sind Alternativen zur Kohle dringend notwendig. Theoretisch könnten durch den Drei-Schluchten-Damm jährlich bis zu 85 Milliarden kWh Strom erzeugt werden. (durchschnittliche Leistung: 9600 MW – entspricht einer Verstromung von jährlich 168 Mio. Tonnen Kohle bei 50 % Wirkungsgrad). Die Projektleiter teilten mit, dass der Damm jährlich so viel Strom wie 16 Atomkraftwerke erzeugen kann. Dazu müsste im Stausee der Wasserpegel so hoch wie möglich gehalten werden, was allerdings im Widerspruch zum geplanten Hochwasserschutz steht, bei dem das Staubecken leer gehalten werden müsste. Also kann man davon ausgehen, dass die genannten Zahlen nicht erreicht werden können und dies von chinesischer Seite auch gar nicht gewollt ist. Kann man dieses Projekt aber wirklich grün nennen? Fakt ist, dass auf diese Art und Weise enorme Mengen an CO2-freier Energie umgewandelt werden können. Die Höhe der tatsächlichen Kohlendioxid- Einsparung hängt von der tatsächlichen Energieproduktion des Wasserkraftwerks ab. Fakt ist aber auch, dass die durch das Bauwerk entstandenen Einflüsse auf die Natur nur sehr schwer zu berechnen sind, eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten durch das Projekt bedroht wird und es zu einer Zwangsumsiedlung von 1,13 Millionen Menschen kam. Daneben darf man die extrem hohen Baukosten (geschätzte 75 Milliarden US-Dollar bis 2013) nicht außer Acht lassen. Viel Geld, mit dem man sicherlich andere grüne Projekte verwirklichen hätte können. Die sichere Versorgung mit Energie beinhaltet immer eine Güterabwägung. |
Ausgabe η green 3 / 2010Das komplette Heft zum kostenlosen Download finden Sie hier: zum Download |




