|
Versicherungslösungen für Installationsbetriebe
Versicherungslösungen für Installationsbetriebe
Auf der sicheren Seite
Die Bauphase ist zweifelsohne die risikoreichste Etappe eines Solarprojekts. In dieser bedrohen zahlreiche Gefahren nicht nur die erfolgreiche Errichtung einer Photovoltaikanlage, sondern auch die wirtschaftliche Existenz des Montagebetriebs. Überspannung, Unfall oder Sabotage – im Schadensfall haftet meistens der ausführende Installateur. Doch wer clever vorsorgt, braucht ein Horrorszenario nicht zu befürchten. Milko Malev durchleuchtet mögliche Risiken und erklärt, mit welchen Versicherungslösungen sich Solarbetriebe davor schützen können.
Für Solarunternehmer wie für Anlagenbetreiber ist eine solide Vorsorge in Sachen Versicherung unverzichtbar. Insbesondere die Tätigkeit von Montagebetrieben ist mit einem erhöhten Schadensrisiko verbunden. Die unangenehmen Überraschungen, welche die heikle Bauphase für Installateure parat hält, bringen nicht nur Verzögerungen und die Unzufriedenheit des Kunden mit sich: Hohe Zusatzkosten oder die Schadenersatzansprüche Dritter können manchmal sogar eine Firmeninsolvenz zur Folge haben.
Risiken in der Praxis
Eine der leidigen Angelegenheiten, mit denen sich Installateure häufig auseinandersetzen müssen, ist der Diebstahl. Sind die Module einmal verbaut, ist es für Diebe deutlich aufwändiger, an die wertvolle Ware heranzukommen. Im Gegensatz dazu lassen sich unverbaute Komponenten leichter fortschaffen, was Langfinger auf die Baustellen lockt. Anlagen auf landwirtschaftlich genutzten Gebäuden oder Flächen sind besonders gefährdet: Dort, wo lediglich ein einfacher Zaun das Gelände absichert und keine dauerhafte Beobachtung gewähreistet ist, haben Diebe ein leichtes Spiel. In der Regel muss der ausführende Montagebetrieb Ersatz für den entstandenen Schaden leisten. Gleiches gilt auch für die Folgen von Vandalismus oder vorsätzlicher Sabotage durch Dritte.
Besonders verheerende Ausmaße können Feuerschäden annehmen. Blitzschlag, Glimmen oder Kurzschluss führen nicht selten zu einem Totalschaden. Auch scheinbar harmlose Gefahren können Handwerkern einen Strich durch die Rechnung ziehen: Marder, Ratten oder Mäuse sind in der Lage, binnen kürzester Zeit gelagerte oder sogar bereits verlegte Kabel unbemerkt zu beschädigen.
Ein Risikofaktor, der oft vernachlässigt wird, ist der Mensch selbst. Schließlich unterlaufen Flüchtigkeitsfehler oder Ungeschicklichkeiten sogar Profis mit Jahrzehnten langer Erfahrung. Hierbei kann es sich beispielsweise um ein Arbeitsgerät handeln, das bei der Montage vom Dach fällt und einen Passanten verletzt. Bedienungsfehler oder Unachtsamkeit können zur ungewollten Beschädigung von fremdem Eigentum wie geliehenen oder gemieteten Arbeitsmaschinen und Kraftfahrzeugen führen. Solche Fälle ziehen zwangläufig Schadensersatzansprüche nach sich. Vor allem bei großen Allmählichkeitsschäden, die beispielsweise die komplette Erneuerung eines Daches erforderlich machen, können die anfallenden Beiträge leicht die gesamte Liquidität eines Montagebetriebs überschreiten.
Sicherheit dank Vorsorge
Angesichts dieser vielfältigen Risiken ist eine Rundumabsicherung für jeden Montagebetrieb Pflicht. Den spezifischen Bedarf heimischer Solarinstallateure haben die deutschen Versicherer längst erkannt und entsprechende Produkte entwickelt, welche die potenziellen Sicherheitslücken weitestgehend schließen – die Montage- und die Betriebshaftpflichtversicherung. Beide Lösungen haben eine spezifische Haftungsreichweite. Eine Montageversicherung stellt eine Absicherung gegen von außen eintretende Schäden dar und sichert die Errichtung des versicherten Montageobjektes ab. Dies schließt nicht nur die notwendigen Bauteile ein, aber auch die für den Bau erforderlichen Maschinen und Einrichtungen, sobald sie sich am vereinbarten Versicherungsort befinden. Der Schutz erstreckt sich über die gesamte Montagedauer bis zur Inbetriebnahme der Anlage. Die Betriebshaftpflicht hingegen sichert den Solarinstallateur – ähnlich wie eine private Haftpflichtversicherung – in denjenigen Fällen ab, bei denen durch seine betriebliche Tätigkeit Schäden an Dritten entstehen. Dazu gehören schuldhaft verursachte Schäden, die jedoch nicht auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruhen, sondern auf Flüchtigkeitsfehler oder Ungeschicklichkeiten zurückzuführen sind.
Betriebshaftpflichtversicherung
Die Betriebshaftpflicht gilt als die wohl wichtigste Versicherung für ausführende Betreiber und deckt betriebliche und private Haftpflichtrisiken ab. In vielen Bereichen ist sie sogar gesetzlich vorgeschrieben oder wird von manchen Kunden als Grundvoraussetzung für die Auftragserteilung angesehen. In der Regel sichert die Betriebshaftpflicht folgende Bereiche ab:
- Schäden an Arbeitsmaschinen
- Mängelbeseitigungsnebenkosten
- Nachbesserungsbegleitschäden
- Vertragshaftung
- Schäden an Belegschafts- und Besucherhabe
- Vermögensschäden aus Lieferung und Herstellung
- A llmählichkeits-, Abwasser und Senkungsschäden
- Schweiß-, Schneid-, Löt- und Brennarbeiten
- Schäden bei Gerüstvermietung oder -verleih
- Umwelthaftpflichtrisiken
- Architekten- und Ingenieurleistungen sowie Gutachter- und Sachverständigentätigkeiten
- Mietsachschäden an Gebäuden u. v. m.
Im Hinblick auf die große Reichweite der Betriebshaftpflicht lohnt es sich, die Vertragsbedingungen genau zu studieren. Denn einige Versicherer berücksichtigen sehr spezifische Risiken, deren Absicherung je nach Tätigkeitsfeld überflüssig oder sinnvoll sein kann. Worauf Installateure auf jeden Fall achten sollten, ist die eingeschlossene Nachhaftung nach endgültiger Betriebsaufgabe. Damit erspart man sich eine Menge an Ärger und Kosten, falls im Nachhinein Schäden entstehen sollten. Für die Prämienberechnung bedienen sich die Versicherer zwei Berechnungsmethoden: Die Beiträge orientieren sich entweder am Umsatz des Betriebs oder an der Summe der Löhne und Gehälter der beschäftigten Mitarbeiter. Um die größtmögliche Ersparnis rauszuholen, sind Solarinstallateure mit dem Vergleich mehrerer Angebote gut beraten. Grundsätzlich braucht man jedoch keine überzogenen Kosten zu befürchten: Aufgrund des wachsenden Wettbewerbs sind die Prämien mittlerweile besonders günstig geworden, sodass jeder unter einer Vielzahl an preislich attraktiven Produkten wählen kann.
Montageversicherung
Die zweite Säule der betrieblichen Risikoabsicherung bildet die Montageversicherung. Vor allem bei Solarprojekten, die mit einem hohen Material- und Arbeitsaufwand verbunden sind, verlangen die meisten Finanzinstitute den Nachweis einer Montageversicherung. Der Grund: Kann der Installateur für eventuelle Schäden nicht aufkommen, stocken das Projekt und somit unter Umständen auch die Rückzahlung eines aufgenommenen Kredits. Ob sich ein Solarinstallateur für oder gegen den Abschluss einer Montageversicherung entscheidet, hängt in erster Linie vom individuellen Auftragsvolumen ab. Bei den Versicherungsprodukten ist daher Flexibilität gefragt – und geboten. Risikobewusste Installateure können sich zwischen projekt- und umsatzbezogenen Policen entscheiden. Dachdecker und Elektroinstallateure, die nur einige wenige Solarprojekte im Jahr umsetzen, sind mit einer projektbezogenen Lösung besser bedient. Für Betreiber, deren Schwerpunkt auf Photovoltaik liegt, ist eine Umsatzpolice wiederum sinnvoller. Standardgefahren, die von den meisten Montageversicherungen abgedeckt werden, sind:
- Feuer durch Brand, Blitzschlag oder Explosion
- Schwelen, Glimmen, Sengen, Glühen
- Kurzschluss und Überspannung
- Diebstahl, Einbruchdiebstahl, Raub, Plünderung und Vandalismus
- Tierverbiss
- Ungeschicklichkeit, Fahrlässigkeit und Böswilligkeit
- Ausführungs- und Montagefehler sowie De-/Remontagekosten infolge eines Mangels
- Montageunfälle
- Sturm, Unwetter, Überschwemmung, Erdbeben u. v. m.
Auch in diesem Jahr erhöht die vorgezogene Kürzung der Einspeisevergütung zwangsläufig das Bautempo und den Personalbedarf an den Baustellen. Viele Installateure greifen dann auf die Hilfsdienste von Subunternehmern zurück. Policen, welche auch Subunternehmertätigkeiten mit versichern, sollten dann die erste Wahl sein. Der Anruf beim Versicherer lohnt sich, auch wenn bereits eine Montageversicherung besteht – der Versicherungsschutz lässt sich manchmal durch eine entsprechende Klausel erweitern. Eine ratsame Ergänzung stellt die so genannte Transportversicherung dar. Viele Versicherer bieten diese als Wahloption beim Abschluss einer Montageversicherung an. Sie deckt mögliche Gefahren bei selbst durchgeführten Transporten ab. Dabei werden auch Schäden versichert, die beim Auf- oder Abladen der Komponenten entstehen sowie bei der kurzen Zwischenlagerung im eigenen Betriebslager. Gerade Solarteure, die Aufträge auch außerhalb ihres Firmenstandortes ausführen, gehen damit auf Nummer sicher.
Fazit
Unterm Strich gilt: Mit einer cleveren Vorsorge können Solarinstallateure ihre laufenden Projekte und den eigenen Betrieb nachhaltig absichern. Das sorgfältige Studieren der Bedingungen ist wie bei jeder Versicherung oberstes Gebot. Daher heißt es, lieber zweimal lesen, bevor man seine Unterschrift unter den Vertrag setzt - damit die Police auch das hält, was man sich davon verspricht.
kontakt@maisonmalev.com
www.maisonmalev.com
|