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Gebäudeintegrierte Photovoltaik
Gebäudeintegrierte PhotovoltaikTrends und PerspektivenGebäude bieten ein enorm großes, umweltfreundliches Potenzial zur Nutzung der Solarenergie. Bauteile und Systeme, die in der Gebäudehülle konventionelle Funktionen erfüllen und gleichzeitig Sonnenstrahlung in elektrischen Strom wandeln, sind für geneigte Dächer, Flachdächer und Fassaden verfügbar – multifunktionale gebäudeintegrierte Photovoltaik. Prof. Dr. Heinz Hullmann und Dr. Ingrid Lützkendorf gehen davon aus, dass sie sich mehr und mehr durchsetzen werden, zumal sie auch ihre Kosten im Laufe ihres Nutzungszeitraumes erwirtschaften. Es ist eine Herausforderung an die Architekten, die neuen Anforderungen an die Gebäudehüllflächen durch anspruchsvolle Gestaltung umzusetzen.
Deutschland bietet ein riesiges Marktpotenzial für gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV, Building Integrated Photovoltaics), denn für ihre Anwendung stehen rund 3.000 km² Gebäudeflächen zur Verfügung. Dies entspricht einer installierbaren Leistung von gut 300 GW und repräsentiert ein Umsatzpotenzial von ca. 900 Milliarden Euro, wovon etwa 1/3 auf die klassische Bauindustrie entfallen würde, so Berechnungen der Fachgruppe Photovoltaik in Gebäuden im Bundesverband Bausysteme [1]. Fassaden und Dächer müssen eine Vielzahl von Funktionen erfüllen, unabhängig davon, ob Elemente zur solaren Energiegewinnung integriert sind oder nicht. Wetterschutz, Wärmeschutz, Schallschutz, Brandschutz, Abschattung, Sichtschutz und Repräsentation im Sinne eines „Corporate Thermische bzw. photovoltaische Solarsysteme Diese Solarsysteme erfüllen in Abhängigkeit von klimatischen Bedingungen die Funktionen Heizung, Kühlung, Warmwasserbereitung und Gewinnung von Elektrizität. Dazu sind Energieumwandlung, Energietransport, Steuerung, Speicherung und Abgabe der thermischen oder elektrischen Energie erforderlich – mit jeweils angepassten Elementen. Die sichtbaren Komponenten – Kollektoren, Energieabsorber, photovoltaische Module – dienen der Energieumwandlung [3]. In einfachster Form und zu Beginn der Entwicklung wurden Photovoltaikanlagen „auf dem Dach“ oder „an der Fassade“ montiert. Die weiteren Komponenten für Energietransport, Energiespeicherung und Energieabgabe sind innerhalb des Gebäudes angeordnet. Wirtschaftliche Potenziale ergeben sich bei dieser additiven Technik aus der Serienproduktion der Komponenten - in wenigen Ausführungsvarianten und unabhängig vom Einzelprojekt. Im Gegensatz zu solchen photovoltaischen Modulen, die ausschließlich zur Stromgenerierung verwendet und außerhalb der Wetterschutzschicht angeordnet werden, übernehmen integrierte photovoltaische Bauelemente zusätzliche Funktionen, die denen konventioneller, nicht photovoltaischer entsprechen wie z.B. Wasserableitung, Wasser- und Luftdichtigkeit. Vorteile der Integration
Die Integration photovoltaischer Bauelemente hat sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen wesentliche Vorteile gegenüber der Anordnung von Standardmodulen unabhängig vom Gebäude, auf Freiflächen oder auf Flachdächern [4, 5]. Bei der Verwendung multifunktionaler photovoltaischer Bauelemente in Gebäudehüllen können hinsichtlich gestalterischer, technischer und kostenspezifischer Aspekte positive Wechselwirkungen zwischen deren multifunktionalen Eigenschaften sowie gewünschten Funktionen der Gebäudehülle erzielt werden. Hierzu gehören u. a.: Lichtdurchlässigkeit, Abschattung, elektromagnetische Energiewandlung, elektromagnetische Schirmdämpfung, anspruchsvolle Gestaltung, Witterungs-, Wärme- und Schallschutz. Den Markt befriedigen
Photovoltaik hat sich im heutigen Energiemix einen festen Platz erobert. Die Erzeugung von Solarstrom ist zunehmend auch ein Geschäftsfeld für Investoren geworden. Auch die Industrie erkennt nicht nur die Chancen, ihre Kompetenzen in diesen rasant wachsenden Wirtschaftszweig einzubringen, sondern entdeckt außerdem ihre Liegenschaften als hervorragenden Einsatzbereich für solartechnische Anlagen. Es gilt, den immer höher werdenden konstruktiven und gestalterischen Vorgaben gerecht zu werden. Der Ruf nach optisch ansprechenden und integrierten Photovoltaiklösungen wird stetig lauter, sei es für Dächer- oder Fassaden, im Bereich der Freiflächenanlagen, bei Stadtmöblierungen oder in der Bereitstellung von PVDesignelementen. Dachaufständerungen ermöglichen die gute Anpassbarkeit der PV-Anlage und eine einfache Demontage im Wartungsfall, stellen stellen jedoch hohe Ansprüche an Planung, Statik und Montage. Mittlerweile sind ausgeklügelte Gestellkonstruktionen mit entsprechenden Tragfähigkeitsnachweisen auf dem Markt erhältlich. Demgegenüber stehen integrierte PV-Anlagen, die eine konstruktive Einheit mit dem Dachaufbau bilden und die keine Dachdurchdringungen erfordern. Dies wiederum reduziert Wärmebrücken, stellt geringere Ansprüche an die Statik und sorgt optisch für ein homogenes Erscheinungsbild des Daches (Abb. 5). Für die Fassadenintegration gibt es eine Vielzahl architektonisch ansprechender Lösungen für multifunktionale Photovoltaikbauteile in Fassaden (Abb. 6), Brüstungen, Vordächern, als Sonnenschutz, Schiebeläden oder semitransparente PV-Warmfassaden. Literatur
[1] Bundesverband Bausysteme e.V.: Positionspapier Gebäudeintegrierte Photovoltaik-Systeme http://www.bv-bausysteme. de/tl_files/bv-bausysteme/downloads/Positionspapier_ BIPV_e.pdf |
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