Fachgerechte Weiterbildung zum Solarteur
Die Nachhaltigkeit einer solaren Energiewirtschaft kann nur über eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung erreicht werden. Seit dem 1993 in Wien, die erste europäische Solarteurschule ihren Betrieb aufnahm, wurde das europäische Qualifizierungs-Netzwerk stetig erweitert. Über das europäische Bildungsprogramm „Leonardo da Vinci“ wurden die Grundlagen für eine einheitliche Ausbildung und Zertifizierung geschaffen. Jörg Veit gibt einen Einblick in die Fortbildung, die 1996 in Deutschland mit den Bildungszentren der Handwerkskammer Münster, dem Bildungszentrum für Solartechnik München und dem Solar Energie Zentrum Stuttgart etabliert wurde.
Sowohl in der Didaktik, als auch in den Inhalten konnten Praktiker für den Solarteur-Lehrgang eine Beispielhafte, Gewerke übergreifende, modulare Ausbildung auf transnationaler Ebene entwickeln. Ein hoher Qualitätsstandard in Hard- und Software, ein hoher Qualitätsanspruch an die lehrenden Dozenten, aber auch der patentrechtlich abgesicherte Musterschutz des Qualifizierungsnamens sichert seither den Weg in ein neues Berufszeitalter. Der Markt fordert derzeit den Weg der Fortbildung für bestehende Fachkräfte aus den traditionellen Gewerken. Derzeit wird die Solarteur®-Weiterbildung in 8 Ländern der Erde mit einem einheitlichen Ausbildungsprogramm angeboten. Bei der Planung und Installation von Wärmepumpen-, Solar- oder Photovoltaikanlagen wird viel Know-how verlangt. Hier sind Solarfachleute mit einem ganzheitlichen Verständnis für Technik und Gebäude gefragt. Schulungen zum Solarteur® – der Fachkraft für Solartechnik – stehen aufgrund der ungebremsten Entwicklung des Marktes immer noch hoch im Kurs, wie der erst kürzlich gefeierte 500. Solarteur am Solar Energie Zentrum (SEZ) in Stuttgart veranschaulicht.
Wie wird man Solarteur®?
Vielen Firmen haben die Bedeutung qualifizierten Fachpersonals erkannt. Aufgrund der harten wirtschaftlichen Lage wird um Aufträge und Marktanteile gekämpft. Hierbei ist großes Engagement gefordert. Daher fehlt es oft an Zeit für die berufliche Qualifizierung und Erschließung neuer Märkte. Am SEZ sind das immerhin 240 UE Einheiten, welche die Teilnehmer in den Bereichen Solarthermie, Photovoltaik und Wärmepumpe ableisten müssen. Für viele ist die anerkannte Fortbildung daher unerreichbar, doch genau hier setzt das innovative Bildungskonzept des SEZ an. „Blended Learning“ heißt das Zauberwort.
Was bedeutet „Blended Learning“?
Die Seminare des SEZ bieten das Beste aus drei Lernwelten:
1. Lernmotivation durch abgestimmte Präsenzphasen
Einen besonders hohen Stellenwert haben die Präsenzphasen in der Seminar-Konzeption „Solarteur/Fachkraft für Solartechnik“. Der Kurs beginnt mit einer Einführungsveranstaltung Hier erhalten die Teilnehmer einen Überblick und entsprechendes Basiswissen zur Handhabung der Lernanwendung im Internet. Die Einführungsveranstaltung dient aber auch zum Kennenlernen von Dozenten, Tutoren und anderen Seminarteilnehmern der Gruppe. In den darauf aufbauenden Präsenzphasen werden Fachinhalte gemeinsam mit dem Dozenten erarbeitet. Fragen und Aufgaben aus den Selbstlernphasen erörtert und geklärt. Dabei soll überwiegend auf die berufliche Praxis eingegangen werden. Ziel ist es, das selbst angeeignete Wissen durch Üben an praktischen Anlagenaufbauten zu festigen. Hierfür stehen den Teilnehmern umfangreiche Übungsanlagen zur Verfügung.
2. Zeitliche Flexibilität durch das umfassende Internet-Training
Auf der Internet-Lernplattform des SEZ kann der Seminarteilnehmer alle themenspezifische Lektionen rund um das Thema Solartechnik/Wärmepumpe abrufen. Während der Kurszeit kann beliebig oft und zu jederzeit auf die Lerninhalte zurückgegriffen werden. Der Anwender wird in kleinen Schritten an die Lerninhalte herangeführt, er selbst bestimmt das Lerntempo. Jeder Lerneinheit schließt sich eine Lernzielsicherung an, die eine eigenverantwortliche Wissenskontrolle ermöglicht.
3. Individuelle Problemlösungen durch tutorielle Begleitung
Während des gesamten Seminars steht ein Tutor per E-Mail zur Verfügung. Er unterstützt auf Wunsch mit konkreten Hilfestellungen. Zu festgelegten Zeiten werden Übungen per Onlinekonferenz im Internet besprochen. Dort werden auch Fragen gestellt und Probleme gelöst. Während des gesamten Seminars steht dem Teilnehmer ein Forum zur Verfügung, in dem er sich mit den Kollegen unterhalten und informieren kann. Alle drei Bereiche bilden einen didaktischen Verbund, das heisst, sie greifen ineinander, ergänzen sich und ermöglichen dem Anwender auf diese Weise vertiefendes Lernen bei einem Höchstmaß an Selbstbestimmung.
Welche Themen werden behandelt?
Im Seminar werden zunächst die grundlegende Themen der erneuerbaren Energien aufgegriffen. Besonderes Augenmerk wird dabei auch auf die Themen „energiesparendes Bauen“ oder „Energie- und Umwelttechnik“ gelegt. Denn die Gebäudehülle wird zunehmend dichter und anfälliger für unsachgemäße Installationen. Zudem ist bei der Auslegung von Anlagen zunehmend bauphysikalisches Knowhow gefragt. Die Seminarthemen sind in verschiedene Kapitel untergliedert. Schwerpunkte aber sind und bleiben aber die Solarthermie, Photovoltaik und Wärmepumpe. Dabei werden auch sicherheitstechnische Aspekte, die bei der Errichtung von EE-Analgen wichtig sind, berücksichtigt.
Die Inhalte im Überblick
- Energie und Umwelttechnik
- Energiesparendes Bauen
- Solares Marketing mit Finanzierung und Förderwesen
- Grundlagen der Wärme- und Gebäudetechnik
- Grundlagen der Sanitärtechnik
- Wärmepumpensysteme
- Solarthermiesysteme
- Photovoltaiksysteme
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Die Fortbildung zum Solarteur® setzt einen anerkannten Ausbildungsberuf wie z. B. den Gas- und Wasserinstallateur, Elektroinstallateur, Zentralheizungs- und Lüftungsbauer, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, SHK-Anlagenmechaniker sowie eine zweijährige Berufspraxis voraus.
Was benötige ich für die Teilnahme am Blended-Learning-Seminar?
Die Teilnahme am Seminar setzt bestimmte Konfigurationen in Hard- und Software voraus. In der Regel reicht ein moderner Multimedia-PC mit Grafik- und Soundkarte sowie einem Internetanschluss. Zum bequemen Abruf der Lerneinheiten empfehlen wir einen DSL-Anschluss. Als Basissoftware auf dem PC benötigt man nur einen Internet Explorer. Über den Browser erreicht man unsere Lernplattform und kann im Onlinekurs mit dem Dozenten/Tutor in Verbindung treten. Seit 2008 gibt es als weitere Ausprägung die Qualifizierung zum Solarteur-Vertriebstechniker, dem Vertriebstechniker für erneuerbare Energien (HWK) im SEZ. Der Vertriebstechniker hat einen Stundenumfang von ebenfalls 240 Stunden und ist auch als Blended Learning-Seminar ausgelegt. Er bietet Kaufleuten, Gesellen und Meistern einen idealen Einstieg in den Bereich der erneuerbaren Energien. Ein weiteres interessantes Aufbauseminar ist z.B. auch der Klimaschutzmanger/die Fachkraft für kommunale und dezentrale Energiesysteme (HWK).
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