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Qualifizierte Ausbildung an den DGS-Solarschulen

Solarprofi

Die Solarenergie wird zunehmend wichtig und der damit einhergehende Photovoltaik-markt wächst rasant. Dadurch steigt der Bedarf an qualifizierten Handwerkern in Deutschland, was eine umfassende Weiterbildung des klassischen Handwerks notwen-dig macht. Die Qualität rückt hierbei zunehmend in den Vordergrund. In diesem Zusammenhang bieten sich Fachleuten, die ihre Kompetenzen in der Solarberatung erweitern wollen, vor allem die DGS-Solar schulen an. Stefan Seufert stellt die DGS-Solarschulen vor und zeigt, warum Qualität hier von großer Bedeutung ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie ist gemeinnützig und Partner im Güteschutz-Solar. Damit steht sie für ein nachhaltiges Wachstum der Erneuerbaren Energien durch Qualität. Bezogen auf die Solartechnik heißt das, dass die Funktionalität und Wirtschaftlichkeit von drei Faktoren abhängt: qualifiziertem Personal, Planung nach guter fachlicher Praxis sowie einer Errichtung aus hochwertigen Komponenten. Dazu müssen aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung vermittelt werden, wie es in den DGS-Solarschulen der Fall ist. Davon gibt es deutschlandweit neun Schulen, die Fachleute unterschiedlicher Gewerke nach einheitlichem Curriculum und nach den Qualitätsmaßstäben der Gütegemeinschaft Solarenergieanlagen (RAL) zu Solarberatern und Solarfachberatern ausbilden.

Ausbildung zum Solar(fach)berater

Die DGS besteht seit 1975 als wissenschaftlichtechnischer Verband und hat sich durch ihr anspruchsvolles und lehrreiches Schulungsangebot in der Solarbranche einen festen Namen gemacht. Zu ihren Schülern zählen größtenteils Fachleute wie beispielsweise Heizungs- und Elektroinstallateure, Energieberater, Bauingenieure, Architekten, Dachdecker und Schornsteinfeger, die Solartechnik vertreiben oder installieren wollen. Aber auch Laien, zu denen oft kaufmännische Angestellte, Verwaltungs- und Betriebsmitarbeiter zählen, die in Solarunternehmen tätig sind, sind willkommen. Ausbildung und Prüfungsstimmen für alle Zielgruppen überein. Das Kursangebot reicht von den hauptsächlich angebotenen Fächern – „Solar(fach)berater Photovoltaik“ und „Solar(fach)berater Solarthermie“ – bis hin zum neuesten Kurs, dem „Solar(fach)berater Biomasse“, der seit geraumer Zeit in einzelnen Solarschulen angeboten wird. Als Abschluss gibt es zum einen den Solarberater, wenn keine Vorbildung besteht und zum anderen den Solarfachberater, falls bereits eine Gesellenprüfung abgeschlossen worden ist. Die Prüfung findet bundesweit einheitlich zur gleichen Zeit statt und die Ausbildung dauert in den Schulungsbereichen jeweils 32 Stunden. Der Elektroinstallateur Thomas Königs hat z.B. zuletzt den Kurs „Solar(fach) berater Photovoltaik“ in der DGS-Solarschule Nürnberg absolviert und blickt begeistert zurück: „Wir haben sehr viel gelernt. Es ging um Marketing, die komplette Technik, Bauvorschriften, die Regelungen der Berufsgenossenschaft und ökologische Aspekte. Es war einfach alles dabei.“ Für seine weitere berufliche Zukunft wird er davon profitieren, denn nach einem anspruchsvollen Kurs mit erfolgreicher Abschlussprüfung kann er sich sowohl beim Kunden als auch im Unternehmen als „zertifizierter DGS-Solarfachberater“ ausweisen. Die Solarschule greift aufgrund ihrer umfassenden Foliensätze, Schulungskonzepte, Übungsaufgaben und Prüfungsunterlagen sowie diverser Solar-Simulationsprogramme auf die neuesten Techniken zurück und bietet ihren Teams durch zusätzlich motivierte und fachlich fundierte Dozenten eine optimale Ausgangslage. Als Grundlagen für die Schulung und die Unterrichtsunterlagen werden die DGS-Leitfäden Photovoltaische Anlagen und Solarthermische Anlagen herangezogen. Diese Leitfäden wirken als Kompendium und Nachschlagewerk, da sie branchenübergreifend anerkannt sind und sowohl im Jahre 2001 als auch 2003 zum Solarbuch des Jahres gewählt wurden. Für den DGS-Solar(fach)berater gibt es einen kompletten Tag lang Schulungen zu den Themen Beratung, Verkauf und Marketing. Dadurch setzen sich diese Schulungen von anderen Kursen wie z.B. dem Seminar DGS-Fachkraft-Solarthermie bzw. Photovoltaik ab.

Geschichte und Entwicklung

Der größte Teil der DGS-Solarschulen entwickelte sich ursprünglich aus einer Initiative des Bundes der Energieverbraucher e.V. (BdE). Der BdB ist eine parteipolitisch neutrale, bundesweit tätige Verbraucherorganisation, die sich für „eine zukunftsfähige Energieversorgung, erschwingliche Energiepreise, den Einsatz erneuerbarer Energien und sparsame Energieverwendung“ einsetzt. Dort hatten sich ein paar äußerst zielstrebige Mitglieder im Herbst 1995 dazu entschlossen, verteilt in ganz Deutschland in die Ausbildung des Solarberaters einzusteigen (Bonn, Glücksburg, Springe Eldagsen, Berlin, Leipzig, Hamm, Sulzbach, Heidelberg, Freising). Einige Standorte wurden seitdem nicht weitergeführt. Am 1. Januar 2006 wechselte die Koordination der Solarschulen jedoch vom BdE komplett zum Landesverband der Deutschen Gesellschaft für Sonnenergie e.V. in Berlin. Von dem Zeitpunkt an sind wieder drei Solarschulen hinzugekommen:
Weimar, Freiburg und zuletzt Nürnberg. Der weiße Fleck im Süden Deutschlands wurde damit ausgefüllt.

Solar(fach)berater Photovoltaik

Der Kurs DGS-Solar(fach)berater Photovoltaik vermittelt die notwendigen Kenntnisse, um Kunden zu beraten und eigenständig netzgekoppelte Photovoltaikanlagen auszulegen, zu installieren und zu warten. Aktuelle Solarzellen, Modul- und Systemtechnik zum Anfassen und hauseigene PV-Anlagen erleichtern das Verständnis für die solare Stromerzeugung. Der Kurs gliedert sich in vier Bereiche:

Grundlagen

- Strahlungsangebot
- Solarzellen und Modultechnik
- Wechselrichter

Planung

- Netzgekoppelte Anlagen
- Anlagengröße, Modulauswahl und Anlagenkonzepte
- Dimensionierung von Wechselrichter und Leitungen
- Simulationsprogramme als Planungshilfsmittel

Beratung und Rahmenbedingungen

- Beratungsgespräch
- Wirtschaftlichkeit und ökologische Bewertung
- Fördermöglichkeiten
- Marktsituation und -entwicklung
- Normen und Vorschriften

Praxis

- Montagesysteme und Gebäudeintegration
- VNB-Inbetriebnahme
- Fehleranalyse und -behebung
- Reparatur- und Wartungsverträge
- Praktische Übungen

Solar(fach)berater Solarthermie

Der Kurs DGS-Solar(fach)berater Solarthermie vermittelt die notwendigen Kenntnisse, um Kunden zu beraten und eigenständig solarthermische Anlagen zu dimensionieren, zu installieren und zu warten. Aktuelle Kollektoren und Systemtechnik zum Anfassen erleichtern das Verständnis für die solare Wärmeerzeugung. Der Kurs gliedert sich in vier Bereiche:

Grundlagen

- Strahlungsangebot, Komponenten
- Funktionsprinzip und Einsatzbereiche
- Thermischer Solaranlagen

Planung

- Systeme für Trinkwassererwärmung mit und ohne Heizungsunterstützung
- Dimensionierung von Kollektorfeld und Speicher
- Simulationsprogramme als Planungshilfsmittel

Beratung und Rahmenbedingungen

- Beratungsgespräch
- Wirtschaftlichkeit und ökologische Bewertung
- Fördermöglichkeiten
- Marktsituation und -entwicklung
- Normen und Vorschriften

Praxis

- Installation
- Inbetriebnahme
- Fehleranalyse
- Wartung
- Praktische Übungen

Fazit

Die Notwenigkeit an qualifizierter Weiterbildung im Bereich der Erneuerbaren Energien steigt. Dies wird auch an der wachsenden Nachfrage nach Kursen der DGS-Solarschulen, die ihr Seminarangebot ausweiten – beispielsweise mit dem „DGS-Solar(fach)berater Biomasse“, der „DGSFachkraft für Solartechnik“, aber auch mit Veranstaltungen wie „Große solarthermische Anlagen“ –, ersichtlich. In einem neuesten Trend expandieren die Solarschulen zusätzlich mit ihren Kursen über die Bundesgrenzen hinaus. Qualität gilt für die DGS dabei nicht als Hinder-nis, sondern als Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum.

Ausgabe η green 5 / 2011

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in der Ausgabe η green 5 / 2011.
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