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Jan W. Bleyl-Androschin
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Wärme-Contracting im Mietwohnungsbau
Wärme-Contracting im MietwohnungsbauDer Mietwohnungsbau in Deutschland bietet noch ein großes Potenzial für Energieeffizienzsteigerungen. Für den Ersatz alter Heizkessel kann Wärme-Contracting ein geeignetes Umsetzungsinstrument sein. Dr. Bernd Eikmeier und Jan W. Bleyl-Androschin weisen darauf hin, dass es bislang jedoch nur wenig Entwicklung in diesem Marktsegment zu verzeichnen gibt. Contracting oder Eigenregie – Kostenvergleichsrechnungen
Energie-Contracting ist ein innovatives und gleichzeitig komplexes Produkt. Die Transaktionskosten des Gebäudeeigentümers für ein Wärmeliefer-Contracting Projekt werden – in Abhängigkeit von der Anlagengröße – mit 5.000,- bis 9.000,- € abgeschätzt. Im Verhältnis zu den Investitionskosten der Versorgungsanlage sind dies zwischen knapp 60 % für 30 kWth-Anlagen und ca. 7 % für eine 1 MWth-Anlage. Dieser Mehraufwand stellt aus Sicht des Gebäudeeigentümers, insbesondere für kleine Objekte, eine erhebliche Zusatzinvestition und somit ein klares Hemmnis für das Umsetzungsinstrument Contracting dar. Hieraus kann in erster Näherung eine untere Projektgröße für Wärmeliefer-Contractingprojekte von ca. 100 kWth abgeleitet werden. Nutzwärmebedarf im Mietwohnungsbau
Zur Ermittlung des Nutzwärmebedarfes werden vor allem die Daten der Mikrozensus- Zusatzerhebung 2006 [2] sowie Energiebilanzen für die privaten Haushalte herangezogen. Bei rund 21,1 Mio. oder 59,4 % der Wohneinheiten (WE) in Deutschland handelt es sich in 2006 um Mietwohneinheiten. Gut die Hälfte davon entfallen auf Gebäude mit 3 – 12 WE sowie die Baualtersklasse 1949 – 1978. Der für den Mietwohnungsbau insgesamt berechnete Nutzwärmebedarf beträgt 218,8 TWh/a. Eignung der Nachfrage und resultierende Einsparpotenziale Anhand der Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen sowie weiterer Kriterien lässt sich der Nutzwärmebedarf in drei Gruppen mit unterschiedlicher Eignung für Contracting aufteilen. Es ergeben sich folgende Teilpotenziale:
- Das bevorzugt geeignete Contracting- Potenzial umfasst Gebäude mit mindestens 13 WE (entspricht rund 100 kWth) mit nicht neu errichteten Heizöl- oder Erdgasanlagen. Ein Anteil von 47,7 % des Bedarfs muss als kaum geeignet für Contracting angesehen werden. Auf das bevorzugt geeignete Contracting- Potenzial entfallen nur 5,6 % der Wärmenachfrage, davon wiederum knapp die Hälfte bzw. 5,9 TWh/a auf große Gebäude mit 21 oder mehr WE. Unsichere Rechtslage
Für das Wärmeliefer-Contracting fehlen bis heute gesetzliche, für alle Fälle verbindliche rechtliche Regelungen. Die mangelnde Rechtssicherheit führt in der Praxis vielfach dazu, dass sich Contractoren auf andere Marktsegmente konzentrieren; ebenso scheuen Vermieter Contracting, weil sie unsicher sind, dass alle Kosten tatsächlich auch auf die Mieter umlegbar sind.
eikmeier@bremer-energie-institut.de Eine Vertiefung der in diesem Beitrag behandelten Gesichtspunkte sowie eine Kurzdarstellung einer von der Prognos AG durchgeführten Markterhebung finden sich in [3]; weitere Aspekte wie bspw. eine ausführliche rechtliche Erörterung bietet [1].
Literatur |
Ausgabe η green 1 / 2010Die Autoren:Weitere Artikel online lesen |




